Introduction

Krisen überwinden – die Balance wiederfinden – Kapitel 4.3

Krisen überwinden – die Balance wiederfinden – Kapitel 4.3

Grübel-Stopp

Manchmal drehen sich unsere Gedanken im Kreis. Wir grübeln und grübeln stundenlang. Wir machen uns Sorgen und haben Angst. Leider führen diese Gedanken oft zu keiner Lösung und wir fühlen uns angespannt, nervös und ängstlich. Aus diesem Gedanken-Karussell auszusteigen, ist gar nicht so einfach.

Eine hilfreiche Technik, dieses Grübeln zu unterbrechen, besteht darin, sich ein klares und bewusstes Stoppsignal zu setzen.

Sollten Sie sich im Grübel-Karussell gefangen fühlen, dann sagen Sie zu sich selbst: „Stopp!“ oder „Stopp jetzt mit dem Grübeln!“ Sollten Sie alleine sein, dann können Sie dies auch laut aussprechen. Oft hilft es, sich ein Stoppschild aus dem Straßenverkehr vorzustellen, um den Effekt zu verstärken.

Ganz wichtig ist es außerdem, nach dem „Stopp!“ einen neuen positiven Gedanken zu haben, um nicht wieder mit dem Grübeln zu beginnen. Dabei ist es hilfreich, sich aufmunternde Sätze bereitzulegen. Solche Sätze könnten z. B. sein: „Ich lasse mich nicht unterkriegen! Ich werde diese Krise schon bewältigen!“

Grübel-Stuhl

Oft kann es sehr hilfreich sein, genau das Gegenteil von dem zu tun, was man eigentlich erreichen möchte. In der Psychotherapie nennt man dies eine paradoxe Intervention. Der Grübel-Stuhl ist eine interessante Übung zur Unterbrechung des quälenden Gedankenkreisens, z. B. zum Thema „Corona“.

Suchen Sie sich in Ihrer Wohnung die unattraktivste Stelle aus und platzieren sie dort eine Sitzmöglichkeit, die Sie nur zum Grübeln über das Thema „Corona“ verwenden. Es sollte nicht Ihr Lieblingsstuhl sein. Zudem wäre es gut, wenn die Sitzgelegenheit nicht allzu gemütlich ist. Ein Klappstuhl oder Hocker könnte der geeignete Platz zum Grübeln sein. Setzen Sie sich nun sieben Tage lang zur ungefähr gleichen Zeit auf diesen Platz und grübeln Sie für mindestens zehn Minuten, was das Zeug hält! Alle Sorgen und Ängste sind erwünscht, jeder Vorwurf gegen andere oder sich selbst kann gemacht werden. Malen Sie sich im Detail Katastrophenszenarien aus, die Ihnen oder anderen widerfahren könnten. Versuchen Sie zu spüren, wo die Ängste und Sorgen in Ihrem Körper wirken. Wo sind Ohnmacht und Panik? Erwünscht ist alles, was Ihre Sorgen und Ängste weiter aufbauscht.

Diese Technik der Übertreibung hilft, um eine Prise Humor in das Grübeln zu bringen. Oft kann man nach dieser Übung Sorgen und Gedanken hinter sich lassen. Sollten zwischen den Sitzungen negative Gedanken aufkommen, dann nutzen Sie den Grübel-Stopp (siehe oben).

 

In Kooperation mit
Dr. Tobias Redecker
Psychologe, psychologischer Psychotherapeut
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